(Wieder-)einführung der ÖV-Gemeindetageskarten
12. Mai 2026 – Votum von Einwohnerrat Armin Villiger zum Postulat 29/25 betreffend (Wieder-)einführung der Gemeindetageskarten
Herr Präsident, meine Damen und Herren
Die Mitte Fraktion beantragt die Ablehnung des Postulats. Aus unserer Sicht zeigt die Antwort des Gemeinderates bereits relativ deutlich, dass man sich Gedanken zur Einführung gemacht – aber keine überzeugenden Lösungsansatz gefunden hat. Die Schwierigkeiten sind klar aufgezeigt. Namentlich:
Zugänglichkeit & Öffnungszeiten von potentiellen Verkaufsstellen
Das Handling neben dem Tagesgeschäft an diesen Stellen
Wahl zwischen fehlender Online Reservation oder Inkasso-Risiko für die Gemeinde
Die aufgezeigten Herausforderungen wären grundsätzlich lösbar. Doch wenn die Gemeinde schon Mehraufwand in Kauf nimmt, sollte auch ein relevanter Mehrwert für die Bevölkerung entstehen. Dieser ist aus unserer Sicht aber nicht erkennbar bzw. nicht vorhanden.
Die SBB selber bieten mit der Spartageskarte ein vergleichbares Angebot an, welches sich auch online reservieren lässt. Für weniger digital affine Personen können die Spartageskarten auch – nach wie vor – am Schalter am Bahnhof Emmenbrücke bezogen werden. In der heutigen Zeit ist es keineswegs selbstverständlich, dass es in Emmen noch einen bedienten Schalter der SBB gibt, und die Öffnungszeiten dort sind keinesfalls schlechter als jene der Gemeindeverwaltung.
Wir sehen keinen Grund, warum die Gemeinde eine Verkaufsstelle für ein Produkt des öffentlichen Verkehrs schaffen sollte, während wenige hundert Meter von allen möglichen Standorten entfernt an ÖV-technisch zentraler Lage bereits ein nahezu identisches Produkt verkauft wird. Im Gegensatz zu einer Stelle bei der Gemeinde kann dort auch gleich noch eine ÖV-technische Beratung über Strecken, Verbindungen etc. erfolgen. Für die Gemeinde ist es bestimmt kein Nachteil, wenn der Bahnhof in Emmenbrücke weiterhin gut frequentiert bleibt.
Und falls es auf Grund einer speziellen Konstellation doch mal mehr Sinn machen sollte, eine Tageskarte Gemeinde an Stelle der Spartageskarte der SBB zu bevorzugen steht unserer Bevölkerung das entsprechende Angebot der Stadt Luzern bzw. Luzern Tourismus ebenfalls offen.
Aus diesen Überlegungen sehen wir derzeit keine Veranlassung hier weitere Abklärungen zu treffen. Wir beantragen die Ablehnung des Postulats und hoffen, dass die Information über die Ablehnung auch mit dem Hinweis auf die bereits bestehenden Alternativen verbunden wird.
Unser Nein ist kein Nein zum leicht zugänglichen ÖV, aber ein Nein zu Mehraufwand für die Gemeinde ohne wirklichen Mehrwert.
Besten Dank für die Unterstützung.