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Sport- und Eventhalle Rossmoos

17. Dezember 2024 – Votum von Einwohnerrat Severin Elvedi zum Bericht und Antrag betreffend Machbarkeitsstudie Sport- und Eventhalle Rossmoos gehalten an der Einwohnerratssitzung vom 17. Dezember 2024.

Die Fraktion Die Mitte bedankt sich beim Gemeinderat und den Mitarbeitenden der Verwaltung für die Erarbeitung der vorliegenden Unterlagen. Wir haben die Dokumente zur Machbarkeitsstudie der Sport- und Eventhalle Rossmoos eingehend studiert und ausführlich diskutiert.

Wir sind der Ansicht, dass die vorgeschlagene Projektvariante ein sehr schönes Konzept darstellt, das kaum Wünsche offenlässt. Allerdings sind wir überzeugt, dass die Gemeinde Emmen ein solches Projekt in der vorliegenden Form derzeit nicht finanzieren kann.

Eine Sanierung erscheint uns zu teuer und unverhältnismässig. Unter anderem die Statik – insbesondere unter Schneelast – stellt ein Problem dar, und die Traglufthalle hat das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Daher sollte der Unterhalt beider Hallen umgehend auf das unbedingt Notwendige reduziert werden. Eine sinnvolle Nachfolgelösung darf nicht weiter hinausgezögert werden. Die Mitte hält in diesem Zusammenhang einen Ersatzneubau für zielführend.

Für Die Mitte Emmen sind die Vereine in der Gemeinde von grosser Bedeutung, da sie einen wesentlichen Teil des gesellschaftlichen Rückgrats bilden. Im Rahmen der Sportstätten-Masterplanung wurde vor etwa zwei bis drei Jahren eine Umfrage unter den Vereinen durchgeführt, um ihren Bedarf zu ermitteln. Das Ergebnis war verständlicherweise eine Wunschliste der Vereine. Doch wurden diese Wünsche und Ansprüche auch kritisch hinterfragt? Es scheint, als hätte man versucht, alle zusätzlichen Räumlichkeiten im Raumprogramm unterzubringen, ohne die Notwendigkeit jedes Elements ausreichend zu prüfen.

Aus unserer Sicht muss beim Raumprogramm klar zwischen dem, was zwingend notwendig ist, und dem, was lediglich „nice to have“ ist, unterschieden werden. Die Fraktion Die Mitte ist der Meinung, dass es wichtig ist, von den Vereinen zu erfahren, welche Räumlichkeiten tatsächlich zwingend erforderlich sind. Anschliessend sollte geprüft werden, ob Synergien im Raumprogramm bestehen. Das klare Ziel muss sein, das Raumprogramm auf das absolut Notwendige zu straffen und gleichzeitig das Bauvolumen zu reduzieren.

Weiter ist uns nicht klar, welcher Bedarf an einem Eventbereich in der Rossmooshalle tatsächlich besteht. Es braucht eine Gesamtschau für Events und Kultur. Mit dem Prélude und der neuen Kulturhalle im Meierhöfli gibt es bereits Angebote. Wie viele Eventanlässe finden derzeit in der Rossmooshalle statt?

Es ist ausserdem zu berücksichtigen, dass der Wunsch nach einer Alternative zum Le Théâtre geäussert wurde, bevor die Emmer Vereine das Le Théâtre zu vergünstigten Konditionen nutzen konnten. Daher sollte auf eine vollständige fixe Kultur- und Eventinfrastruktur (inklusive Bühne) verzichtet werden. Die Halle sollte jedoch so konzipiert sein, dass sie modular mit Kultur- und Eventinfrastruktur ergänzt werden kann. Sollte das Le Théâtre für eine Veranstaltung zu klein sein oder nicht zur Verfügung stehen, können das benötigte Equipment sowie eine mobile Bühne angemietet werden. Dass die Vereine selbst bewirten können, ist entscheidend, da dies ihre Haupteinnahmequelle darstellt. Hierfür genügt eine minimale Infrastruktur; eine Grossküche ist nicht notwendig. Zusätzlich sollte eine Infrastruktur für externe Caterer bereitgestellt werden.

Uns wurde erklärt, dass die geplante Bühne von 200 m² neben ihrer Funktion als Bühne auch als Ersatz für die Gymnastikräume im Erlen dienen soll. Damit könnten zwei zusätzliche Schulzimmer im Erlen ohne grössere bauliche Anpassungen geschaffen werden. Doch ist es tatsächlich notwendig, eine 200 m² grosse Bühne für die Gymnastikräume bereitzustellen? Könnte dieser Bedarf nicht auf andere Weise gedeckt werden? Zum Beispiel könnte die Dreifachhalle um eine weitere Halle ohne Ringe oder spezielle Einrichtungen erweitert werden. Diese Erweiterung könnte vielseitig genutzt werden, etwa als Ersatz für die Gymnastikräume im Erlen, für Trainingseinheiten, als Einlaufhalle oder als Bühnenbereich für eine mobile Bühne. Hier sollte ein Kosten-Nutzen-Vergleich zur Variante mit der 200 m² grossen Bühne erstellt werden.

Beim Studium der Pläne ist uns zudem aufgefallen, dass eine Unterkellerung der gesamten Halle vorgesehen ist, um das Raumprogramm auf möglichst kleiner Fläche unterzubringen. Statt einer Unterkellerung sollte jedoch geprüft werden, ob ein Anbau mit sämtlichen Nebenräumen eine sinnvollere Alternative darstellt. Es sollte untersucht werden, welche Variante das bessere Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweist.

Aus den genannten Gründen bittet unsere Fraktion den Rat, die Anträge der BVK zu unterstützen. Bevor der Gemeinderat einen Projektwettbewerb initiiert, muss das Geschäft noch einmal dem Einwohnerrat vorgelegt werden. Der Gemeinderat hat den Bedarf seitens der Vereine und des Kantons als Hauptnutzer vertieft zu klären. Das Raumprogramm und das Volumen sind auf das Notwendige zu reduzieren. Wir erwarten ein kostengünstigeres Projekt unter 30 Millionen Franken. Zudem sind auch die voraussichtlichen Betriebskosten und Auswirkungen auf die laufenden Rechnungen genauer darzulegen. Dazu muss auch die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Kanton und Emmen geklärt sein – insbesondere auch hinsichtlich der Finanzierung. Nach längeren Diskussionen spricht sich die Fraktion Die Mitte zudem für Eintreten aus.

Viele Dank

Votum von

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