Postulat – Sicherstellung der gesundheitlichen Grundversorgung der Emmer Bevölkerung
31. März 2025 – Die hausärztliche und kinderärztliche Versorgung in Emmen steht vor grossen Herausforderungen. Dies beschäftigt auch Die Mitte Emmen. Viele Hausärztinnen und Hausärzte gehen in den kommenden Jahren in Pension, während die Nachfolge ungewiss ist. Gruppenpraxen kämpfen mit Personalmangel, und für neue Patientinnen und Patienten gilt oft ein Aufnahmestopp. Auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Psychotherapie steigen die Wartezeiten. Um die Grundversorgung langfristig zu sichern, wird er Gemeinderat aufgefordert, geeignete Massnahmen zu prüfen und umzusetzen.
Ausgangslage
Der Beruf der Hausarztmedizinern hat in den vergangenen Jahren an Attraktivität verloren. Vielerorts kann keine Nachfolge für pensionierte Grundversorgern gefunden werden. Auch in Emmen werden in den nächsten Jahren langjährige Hausärztinnen und Hausärzte in Pension gehen. Die Weiterführung dieser Praxen ist aktuell nicht gewährleistet (z.B. Sprengipraxis) Auch Gruppenpraxen bekunden Mühe, genügend Mitarbeitende im Ärzteteam zu finden. Weiter gilt in den meisten Praxen bis auf weiteres ein Aufnahmestopp von neuen Patienten und Patientinnen. (z.B. Individualmedizin GmbH)
Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei der Kinderarztmedizin ab, so dass für die gesundheitliche Grundversorgung teilweise auf Nachbarsgemeinden ausgewichen werden muss.
Mit dem demographischen Wandel und dem zu erwartenden weiteren Anstieg der Lebenserwartung ist zudem davon auszugehen, dass sich diese Situation weiter zuspitzen wird. Mit dem von Bund und Kanton geforderte Prinzip «ambulat vor stationär» werden zukünftig viel mehr Arztkonsultationen stattfinden werden als bis anhin.
Im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie ist seit 2016 ein kontinuierlicher Anstieg der ambulanten Behandlungen zu verzeichnen, auch im Erwachsenenbereich ist die Inanspruchnahme dieser Dienstleitungen steigend. Die Wartezeiten für einen Therapieplatz für psychisch erkrankte Personen beträgt teilweise sechs Wochen und länger. In der Gemeinde Emmen sind nur wenige Psychiaterinnen und Psychiater oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten tätig, es ist davon auszugehen, dass auch hier auf Nachbarsgemeinden ausgewichen wird.
Auch wenn der Kanton grundsätzlich für die Organisation und Sicherstellung der gesundheitlichen Grundversorgung der Bevölkerung zuständig ist, muss es doch ein Anliegen der Gemeinde sein, bestmöglichste Voraussetzungen für eine optimale Grundversorgung zu schaffen.
Forderung
Wir fordern den Gemeinderat auf, folgende Massnahmen zu evaluieren:
- Die Gemeinde soll die Situation der gesundheitlichen Grundversorgung erheben und aufzeigen. Ist die empfohlene Dichte von Hausärzten und Hausärztinnen in Vollzeitäquivalenten von 1 pro 1’000 Einwohner und Einwohnerinnen gewährleistet?
Zusätzlich ist ein kontinuierliches Monitoring der hausärztlichen Versorgung durchzuführen, um frühzeitig Engpässe zu erkennen. Falls die empfohlene Dichte nicht erreicht wir, sind geeignete Massnahmen zu ergreifen, um die gesundheitliche Grundversorgung sicherzustellen. - Austausch zwischen Hausärzten und Hausärztinnen und der Gemeinde Emmen etablieren. Ein regelmässiger Austausch zur Unterstützung der bestehenden Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Bürokratie, Austausch über die geplanten Massnahmen der Gemeinde, gemeinsames Entwickeln von Lösungen etc. soll geprüft werden.
- Aufzeigen von Möglichkeiten und Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen, damit die Gemeinde als attraktiver Standort für die Gründung oder Übernahme einer Praxis wahrgenommen wird.
- Informationen über den Zugang zu Fachärzten und Fachärztinnen für die Emmer Bevölkerung vereinfachen. Erstellen eines digitalen Registers auf der Homepage der Gemeinde Emmen, in denen zum einen die bestehenden Grundversoger, Fachärzte und Fachärztinnen und weiteren gesundheitsrelevanten Institutionen aufgeführt werden, zum anderen die Grundversorger die Kapazitäten der Praxen mittels Onlinezugang selber aktualisieren können.
Diese Massnahmen sollen dazu dienen, die gesundheitliche Grundversorgung der Emmer Bevölkerung weiterhin sicher zu stellen und den Zugang zur Grundversorgung zu erleichtern.
Im Namen der Fraktion Die Mitte